WavPack ist ein freies, offenes Audiokompressionsverfahren, das Musik verlustfrei komprimiert – und mit seinem einzigartigen Hybridmodus zusätzlich eine verlustbehaftete Variante plus Korrekturdatei erzeugen kann. Entwickelt von David Bryant und erstmals 1998 veröffentlicht, gilt WavPack als flexible und recheneffiziente Alternative zu FLAC.
Zwei Betriebsarten
- Verlustfreier Modus: Wie FLAC wird die Musik bitgenau rekonstruiert; die Dateiendung ist .wv. Typisch ergeben sich 40–55 Prozent Kompression gegenüber unkomprimiertem PCM.
- Hybridmodus: WavPack erzeugt eine kleine, qualitativ hochwertige verlustbehaftete .wv-Datei (bis zu 2,25 Bit/Sample bzw. etwa 196 kbit/s für CD-Audio) plus eine optionale .wvc-Korrekturdatei. Wer nur die .wv-Datei hat, spielt verlustbehaftet ab; wer auch .wvc besitzt, erhält die verlustfreie Rekonstruktion. So lassen sich große Archive zunächst platzsparend anlegen und später bei Bedarf verlustfrei vervollständigen.
Technische Eigenschaften
WavPack verarbeitet bis zu 256 Kanäle, Abtastraten bis 192 kHz und Auflösungen bis 32 Bit, inklusive Gleitkomma-PCM (Float). Der optionale asymmetrische Modus verbessert die Kompression weiter, indem er den Encoder mehr rechnen lässt als den Decoder. Jede Datei kann eine MD5-Prüfsumme tragen; beim Erstellen lässt sich die Integrität automatisch verifizieren.
Verbreitung
WavPack wird von foobar2000, VLC, vielen Audioprogrammen und Einbettungen in Matroska (MKV) unterstützt. Es ist die bevorzugte Wahl, wenn ein Archiv später verlustbehaftet und verlustfrei zugleich nutzbar sein soll.
Verwandte Grundlagen: FLAC, ALAC, Codec, Verlustfreie Kompression.