VP9 ist ein offener und lizenzfreier Video-Codec von Google. Er wurde 2013 als Nachfolger von VP8 veröffentlicht und ist das Videoformat des WebM-Containers. VP9 war Googles Antwort auf HEVC (H.265): ähnliche Effizienz, aber ohne Lizenzgebühren — ideal fürs offene Web.

Warum VP9?

VP9 erreicht bei gleicher Qualität eine rund 30 bis 50 Prozent geringere Bitrate als H.264 und ist damit der wichtigste Codec für die Übertragung von HD- und 4K-Videos übers Internet. Weil keine Patente belasten, ist VP9 in allen großen Browsern (Chrome, Firefox, Edge, Opera) von Haus aus enthalten; Safari kann VP9 inzwischen ebenfalls abspielen.

Einsatzgebiete

  • YouTube: Google liefert einen großen Teil der Videos als VP9 aus — das spart bei gleicher Qualität viel Bandbreite.
  • WebM: VP9 (Video) zusammen mit Opus (Audio) bildet das Standard-Paket für HTML5-Video im WebM-Container.
  • Videokonferenzen: Google Meet und viele WebRTC-Anwendungen nutzen VP8/VP9, weil sie ohne Lizenzkosten in Browsern laufen.
  • Hardware: Praktisch alle Grafikkarten, Smartphones und TV-Sticks der letzten Jahre dekodieren VP9 in Hardware.

Nachfolger AV1

Googles Engagement führte 2015 in die Alliance for Open Media, deren Codec AV1 VP9 technisch ablöst — VP9 bleibt aber wegen seiner enormen Verbreitung bei YouTube und im WebM-Ökosystem wichtig.

Verwandte Grundlagen: H.264, HEVC (H.265), AV1, Opus, Verlustbehaftete Kompression.