HEVC (High Efficiency Video Coding), auch H.265 oder MPEG-H Part 2 genannt, ist der direkte Nachfolger von H.264. Der Standard wurde 2013 von ITU-T und ISO/IEC gemeinsam verabschiedet und liefert bei gleicher Bildqualität nur etwa halb so viel Bitrate wie H.264 — das macht ihn zum wichtigsten Codec für 4K- und UHD-Inhalte.
So erreicht HEVC die bessere Effizienz
HEVC arbeitet mit Coding Tree Units (CTU), die mit bis zu 64×64 Pixeln deutlich größer sind als die 16×16-Makroblöcke von H.264 und sich flexibler in kleinere Einheiten zerlegen lassen. Dazu kommen feinere Intra-Prädiktionen, bessere Bewegungsvorhersage, das Sample Adaptive Offset-Filterverfahren und effizientere Entropiekodierung. Bewegt sich eine Fläche, wird auch bei HEVC nur die Bewegung übertragen statt des ganzen Bildes — nur eben präziser.
Profile und Farbtiefe
Wichtig ist das Main-10-Profil mit 10 Bit Farbtiefe: Es vermeidet Farbverläufe-Banding und ist die Grundlage für HDR-Inhalte (HDR10). Wer 4K-Videos schneidet oder archiviert, nutzt HEVC daher fast immer mit Main10.
Einsatz und Hürden
- Einsatz: Ultra-HD-Blu-ray, UHD-Fernsehen (DVB), Apple-Geräte (iOS/macOS kodieren standardmäßig in HEVC), Videoplattformen wie Netflix und YouTube für 4K.
- Hürde: HEVC ist von einer komplexen Patentlandschaft belastet — mehrere Lizenz-Pools (MPEG LA und Access Advance) verlangen Gebühren. Eine lizenzfreie Alternative bietet das MPEG-5-Profil EVC (Essential Video Coding). Deshalb unterstützen Chrome und Firefox HEVC nur eingeschränkt (meist per Hardware), während das lizenzfreie AV1 im Web auf dem Vormarsch ist. Der offizielle HEVC-Nachfolger ist das 2020 standardisierte VVC (H.266).
- Abgrenzung: Googles offener Codec VP9 erreicht ähnliche Effizienz wie HEVC, wird aber vor allem bei YouTube und in WebM eingesetzt.
Verwandte Grundlagen: H.264, AV1, VP9, Verlustbehaftete Kompression.