BGP (Border Gateway Protocol) verbindet autonome Systeme (AS) über TCP-Port 179. Die Kommandos für Cisco IOS, Junos und RouterOS richten eBGP-Nachbarn (andere AS) und iBGP-Sitzungen (gleiches AS) ein, aktivieren Adressfamilien und zeigen den Zustand der Sessions. Der BGP-Artikel erklärt das Protokoll; hier folgt die praktische Referenz.
Cisco IOS
router bgp 64496 ! lokale AS-Nummer
bgp router-id 192.0.2.1
neighbor 203.0.113.1 remote-as 64497 ! eBGP: fremde AS
neighbor 198.51.100.2 remote-as 64496 ! iBGP: gleiche AS
neighbor 198.51.100.2 update-source Loopback0
neighbor 198.51.100.2 next-hop-self
network 192.0.2.0 mask 255.255.255.0 ! nur Routen aus der Tabelle
address-family ipv6 unicast
neighbor 2001:db8::1 activate
network 2001:db8:1::/48
BGP wirbt nur Netze an, die auch in der Routing-Tabelle stehen — zusätzlich zu network ist oft ein Redistribute- oder Leak-Setup nötig. Über nicht direkt verbundene Nachbarn (z.B. Loopbacks) verlangt eBGP ebgp-multihop 2.
show ip bgp summary ! Sessions + Zustand
show ip bgp ! komplette BGP-Tabelle
show ip bgp neighbors 203.0.113.1
show ip route bgp
clear ip bgp * ! Sessions neu aufbauen
debug ip bgp updates
Junos
set protocols bgp group EBGP type external
set protocols bgp group EBGP peer-as 64497
set protocols bgp group EBGP neighbor 203.0.113.1
set protocols bgp group IBGP type internal
set protocols bgp group IBGP local-address 192.0.2.1
set protocols bgp group IBGP neighbor 198.51.100.2
set protocols bgp group IBGP export ANZEIGEN ! Policy
show bgp summary
show bgp neighbor 203.0.113.1
show route protocol bgp
RouterOS (MikroTik v7)
/routing bgp connection add name=to-upstream
remote.address=203.0.113.1 remote.as=64497
local.role=ebgp local.as=64496
/routing bgp connection print
/routing bgp session print ! established/prüfen
In RouterOS v7 sind Template (Protokollparameter), Connection (Transport-Endpunkt) und Session (Laufzeitzustand) getrennte Objekte; RouterOS v6 nutzte noch das flache /routing bgp peer-Modell. Die älteren Varianten zeigen OSPF-Befehle und RIP-Befehle als Interior-Protokolle im Vergleich.
Verwandte Grundlagen: BGP, Router, IS-IS-Befehle, SRv6-Befehle.
IS-IS (Intermediate System to Intermediate System) ist ein Link-State-IGP, das direkt auf Layer 2 läuft und mit Network Entity Titles (NETs) statt IP-Adressen arbeitet. Dieser Artikel zeigt die Kommandos für Cisco IOS, Junos und RouterOS; die Protokoll-Mechanik (LSPs, DIS, Level 1/2) erklärt der IS-IS-Artikel.
Cisco IOS
router isis KERN
net 49.0001.0000.0000.0001.00 ! NET: Area.System-ID.Selector
is-type level-1-2
metric-style wide ! RFC 5305, für Segment Routing nötig
passive-interface default
interface GigabitEthernet0/1
ip router isis KERN
isis circuit-type level-2
Die System-ID ist in einem Netz eindeutig, der Selector .00 steht für den Router selbst. Mit metric-style wide stehen 24-Bit-Metriken und SR-Fähigkeiten zur Verfügung.
show isis neighbors
show isis database ! LSP-Datenbank
show isis topology
show clns neighbors
clear isis *
Junos
set protocols isis level 2 wide-metrics-only
set protocols isis interface ge-0/0/0.0
set interfaces ge-0/0/1 unit 0 family iso
show isis adjacency
show isis database
show isis route
show route protocol isis
Junos fasst IS-IS strikt hierarchisch: level 1 disable schaltet eine Ebene ab, pro Interface lässt sich der Circuit-Typ mit set protocols isis interface ge-0/0/0.0 level 2 disable steuern.
RouterOS (MikroTik v7)
/routing isis instance add name=ISIS1
/routing isis interface add instance=ISIS1 interface=ether1
/routing isis neighbor print
/routing isis route print
In FRR/VyOS startet die Konfiguration analog: router isis KERN, net 49.0001.0000.0000.0001.00, dann pro Interface ip router isis KERN. IS-IS ist die bevorzugte SID-Verteilbasis für Segment Routing — die dazugehörigen Kommandos stehen bei den Segment-Routing-Befehlen und den SRv6-Befehlen.
Verwandte Grundlagen: IS-IS, OSPF, BGP-Befehle, OSPF-Befehle.
Segment Routing over IPv6 (SRv6) kodiert Segmente als 128-Bit-IPv6-Adressen (SIDs) und führt sie über den Segment Routing Header (SRH) aus — ohne MPLS-Infrastruktur. Dieser Artikel zeigt die Konfiguration auf Cisco IOS XR, Junos und FRR; die Theorie (Locator, Endpoint Behaviors, uSID) steht im SRv6-Artikel.
Cisco IOS XR / IOS XE
segment-routing srv6
encapsulation source-address 2001:db8::1
locators
locator MAIN
prefix fc00:0:1::/48 behavior usid
!
!
!
!
Der Locator ist ein routingfähiges IPv6-Präfix; behavior usid aktiviert Micro-Segments (uSID), behavior un klassische End-SIDs. Für SRv6-VPN im BGP aktiviert man den Locator pro Nachbar:
router bgp 64496
neighbor 2001:db8::2 remote-as 64496
address-family ipv4 unicast
segment-routing srv6 locator MAIN
!
!
!
show segment-routing srv6 locator
show segment-routing srv6 sid
show route ipv6 isis
Junos
set routing-options source-address 2001:db8::1
set routing-options segment-routing srv6
set routing-options segment-routing srv6 locator MAIN prefix fc00:0:1::/48
set routing-options segment-routing srv6 locator MAIN function-type standard
set protocols isis interface ge-0/0/0.0 level 2 post Convergence
Junos verteilt die SRv6-SIDs über die IGP-Extensions (IS-IS RFC 9352 oder OSPFv3 RFC 8666); die Pflege übernimmt das Routing-Protokoll, Konfiguration und Anzeige laufen über show segment-routing srv6 und show route protocol isis.
FRR
segment-routing srv6
locator MAIN
prefix fc00:0:1::/48 block-len 32 node-len 16
exit
exit
interface eth0
ipv6 address fc00:0:1::1/48
exit
FRR legt den Locator als Interface mit der Locator-Adresse an; BGP- und IGP-Prozesse greifen über die SID-Datenbank darauf zu. Ein erster Einstieg für Tests sind die Segment-Routing-Befehle (SR-MPLS) und die IS-IS-Befehle, denn IS-IS trägt die SIDs als Verteilbasis.
Verwandte Grundlagen: SRv6, Segment Routing, IS-IS, BGP-Befehle.
EIGRP-Befehle fassen die Kommandos für das EIGRP-Protokoll zusammen, Ciscos hybridem Routing-Verfahren („Advanced Distance Vector") mit schneller Konvergenz und Unequal-Cost-Load-Balancing. EIGRP ist nach wie vor eine Cisco-Domäne: Es läuft in Cisco IOS und IOS-XE; Juniper Junos und MikroTik RouterOS unterstützen es nicht. Diese Referenz konzentriert sich daher auf die Cisco-Konfiguration.
Klassische Konfiguration (Autonomous System)
EIGRP wird als Prozess mit einer AS-Nummer (1 bis 65535) gestartet. Die network-Anweisung nennt die teilnehmenden direkt verbundenen Netze, optional mit Wildcard-Maske:
router eigrp 100
network 10.0.0.0 0.0.255.255
network 192.168.1.0
no auto-summary
metric weights 0 1 1 1 0 0
variance 2
Standardmäßig berechnet EIGRP seine Metrik aus Bandbreite und Verzögerung; metric weights passt die Gewichte an (die Default-Werte stehen oben). variance 2 erlaubt Unequal-Cost-Load-Balancing über zusätzliche Nachfolger-Routen.
Named Mode
In modernen IOS-XE-Versionen ist der Named Mode der empfohlene Weg: Der Prozess bekommt einen Namen, die Adressfamilie definiert AS und Netzwerke:
router eigrp MEIN-NETZ
address-family ipv4 unicast autonomous-system 100
network 10.0.0.0 0.0.255.255
network 192.168.1.0
exit-address-family
Der Named Mode unterstützt IPv4 und IPv6 in einem Prozess und erlaubt saubere getrennte Topologien pro Adressfamilie.
Verifikation und Diagnose
Die zentralen Prüfkommandos zeigen Nachbarn, Topologie-Tabelle und gelernte Routen:
show ip eigrp neighbors
show ip eigrp topology
show ip eigrp interfaces
show ip route eigrp
show ip protocols
debug eigrp packets
show ip eigrp neighbors ist der erste Blick für den Nachbaraufbau (Hello-Intervall standardmäßig 5 Sekunden), show ip eigrp topology zeigt Successor- und Feasible-Successor-Routen samt Metrik.
In gemischten Hersteller-Netzen setzen Administratoren stattdessen auf das offene OSPF — die Kommandos zeigt die Referenz OSPF-Befehle; das einfachere Distanzvektor-Verfahren findet sich unter RIP-Befehle.
Verwandte Grundlagen: EIGRP, OSPF, Router, OSPF-Befehle, RIP-Befehle.
OSPF-Befehle fassen die Kommandos zusammen, mit denen Administratoren das Link-State-Protokoll OSPF auf Routern konfigurieren und prüfen. OSPF selbst tauscht keine kompletten Tabellen, sondern Link-State-Informationen und berechnet daraus per Shortest-Path-First den besten Weg. In der Praxis folgt die Bedienung den drei großen Herstellerwelten: Cisco IOS/IOS-XE, Juniper Junos und MikroTik RouterOS.
Cisco IOS und IOS-XE
OSPF wird als Routing-Prozess mit einer Prozess-ID aktiviert; die teilnehmenden Netze ordnet man mit Wildcard-Masken einer Area zu:
router ospf 1
router-id 1.1.1.1
network 10.0.0.0 0.0.255.255 area 0
network 192.168.1.0 0.0.0.255 area 0
passive-interface default
no passive-interface GigabitEthernet0/1
Die Prozess-ID (1 bis 65535) ist nur lokal von Bedeutung. passive-interface default verhindert Nachbarschaften auf allen Interfaces; mit no passive-interface gibt man einzelne Ports für den Nachbaraufbau wieder frei. Für IPv6 läuft OSPFv3 als eigener Prozess (ipv6 router ospf 1 plus ipv6 ospf 1 area 0 auf dem Interface).
Die wichtigsten Prüf- und Diagnosekommandos:
show ip ospf neighbor
show ip ospf interface
show ip ospf database
show ip route ospf
debug ip ospf adj
clear ip ospf process
Juniper Junos
Junos konfiguriert hierarchisch: Das Protokoll wird unter protocols ospf eingerichtet, die Interfaces einer Area zugeordnet. Aktiv wird die Konfiguration erst nach commit:
set protocols ospf area 0.0.0.0 interface ge-0/0/0.0
set protocols ospf area 0.0.0.0 interface ge-0/0/1.0 passive
set protocols ospf area 0.0.0.0 interface lo0.0 passive
Anzeige- und Diagnosekommandos laufen im Betriebsmodus (Operational Mode):
show ospf neighbor
show ospf interface
show ospf database
show route protocol ospf
clear ospf neighbor
OSPFv3 heißt auf Junos ospf3 (z.B. set protocols ospf3 area 0.0.0.0 interface ge-0/0/0.0).
MikroTik RouterOS
RouterOS v7 verwaltet OSPF über eigene Menü-Ebenen unter /routing ospf: Zuerst eine Instanz, dann Areas und Interfaces:
/routing ospf instance add name=default router-id=1.1.1.1
/routing ospf area add name=backbone instance=default
/routing ospf interface add interface=ether1 area=backbone
/routing ospf neighbor print
/routing ospf route print
In RouterOS v6 (Legacy) hieß es noch /routing ospf set router-id=... zusammen mit /routing ospf network add network=10.0.0.0/16 area=backbone. Die Anzeige-Kommandos /routing ospf neighbor print und /routing ospf route print sind in beiden Versionen die erste Wahl zur Verifikation.
Wer das ältere Distanzvektor-Verfahren bedienen muss, findet die Kommandos in der Referenz RIP-Befehle; das Cisco-eigene Verfahren zeigt EIGRP-Befehle.
Verwandte Grundlagen: OSPF, Router, BGP, RIP-Befehle, EIGRP-Befehle.
- RIP-Befehle: Distance-Vector-Routing in Cisco IOS, Junos und RouterOS
- Segment-Routing-Befehle: SR-MPLS mit IOS XE, Junos und RouterOS einrichten
- MPLS-Befehle: Label-Weiterleitung in Cisco IOS, Junos und RouterOS konfigurieren
- LDP-Befehle: Label Distribution Protocol in IOS, Junos und RouterOS steuern